Antonio Pigafetta: der Mann, der Magellans Reise für die Welt rettete

Von rund 240 Männern, die 1519 mit Ferdinand Magellan aufbrachen, kehrten 1522 nur 18 zurück. Einer von ihnen trug etwas bei sich, das wertvoller war als alle Gewürze an Bord: ein Tagebuch. Sein Name: Antonio Pigafetta.

Der Freiwillige aus Vicenza

Der italienische Edelmann hatte sich der Expedition als „sobresaliente" angeschlossen – als überzähliger Passagier, aus purer Neugier auf die Welt. Während der gesamten Reise führte er akribisch Buch: über Flauten und Stürme, die Meuterei von San Julián, die Durchquerung der Magellanstraße, den endlosen Pazifik, Hunger, Skorbut – und über die Sprachen und Bräuche der Menschen, denen die Expedition begegnete. Seine Wortlisten gehören zu den ersten schriftlichen Zeugnissen pazifischer Sprachen überhaupt.

Der Tag, der doppelt zählte

Pigafetta notierte auch das berühmteste Rätsel der Reise: Bei der Heimkehr fehlte im Bordkalender ein Tag. Die Lösung – wer westwärts um die Erde reist, „verliert" einen Kalendertag – nahm das Prinzip der heutigen Datumsgrenze vorweg und elektrisierte die Gelehrten Europas.

Warum wir ihm Magellan verdanken

Magellan selbst fiel 1521 auf Mactan; Logbücher gingen verloren, offizielle Berichte widersprachen einander. Dass wir die erste Weltumsegelung heute detailliert kennen – bis hin zur Route, die sich auf jedem Globus nachfahren lässt –, verdanken wir fast allein Pigafettas Bericht „Relazione del primo viaggio intorno al mondo". Er machte aus einer Expedition eine Erzählung – und aus Magellan eine Legende.